Anspruchsvolle Umgebungen können für Standardelektronik schnell zu viel sein. Deshalb kaufen Unternehmen Industriegeräte, die speziell für raue Bedingungen entwickelt wurden. Allerdings gibt es Dutzende solcher Produkte auf dem Markt. Mit unserem Leitfaden behalten Sie den Überblick.
Was ist der Unterschied zwischen robuster und Standardelektronik?
In einer industriellen Umgebung begegnen Ihnen wahrscheinlich robuste Laptops und Tablets (Firmenhandys lassen wir an dieser Stelle außen vor). Viele Unternehmen nutzen auch die industriellen Datenbrillen – insbesondere für Mitarbeitende, die freihändig arbeiten müssen.
Was haben diese Geräte gemeinsam? Die Antwort liegt auf der Hand: den Grad der Widerstandsfähigkeit, der bei robuster Elektronik deutlich höher ist als bei Standardelektronik. Achten Sie bei der Auswahl eines Industriegeräts besonders auf diese Parameter:
Schutz vor Wasser und Staub
Empfindliche Elektronik ist sehr anfällig für das Eindringen von Staub und Feuchtigkeit. Deshalb müssen Geräte, die für den Einsatz im Freien oder in rauen Umgebungen vorgesehen sind, mit einer ausreichenden Schutzart ausgestattet sein, damit sie unter solchen Bedingungen funktionieren können.
Das Schutzniveau gegen feste Partikel (Staub) und Wasser wird in der Regel mit der Abkürzung IP (Ingress Protection) gefolgt von einer zweistelligen Zahl angegeben, z. B. IP 65. Die erste Ziffer (1–6) kennzeichnet den Schutzgrad des Geräts gegen das Eindringen fester Partikel. Die zweite Ziffer (1–9) beschreibt den Schutzgrad gegen das Eindringen von Wasser.
Grundsätzlich gilt: Je höher die Zahl, desto höher der Schutzgrad. Das bedeutet zum Beispiel, dass ein Gerät mit Schutzart IP 65 staubdicht ist und gegen Wasserstrahlen mit niedrigem Druck aus jedem Winkel geschützt ist.
Betriebstemperatur
Berücksichtigen Sie bei der Auswahl von Elektronik auch die Temperatur, bei der das Gerät eingesetzt wird. Warum? „Normale“ Geräte funktionieren bei Minusgraden möglicherweise nicht. Außerdem neigen sie bei Temperaturen von mehreren Dutzend Grad Celsius häufig zur Überhitzung, was in vielen Produktionsbetrieben problematisch sein kann. Industrieelektronik hingegen hält auch sehr hohen und sehr niedrigen Temperaturen stand.
Stoßfestigkeit
Bei Arbeiten im Außendienst kommt es nicht selten vor, dass ein Gerät herunterfällt. Deshalb ist es ratsam, Ihre Techniker mit robuster Elektronik auszustatten, die einer solchen Beanspruchung standhält.
Woran erkennen Sie solche Geräte? Hersteller robuster Elektronik geben in den Produktdetails in der Regel die Fallhöhe an, die das Gerät aushält. Ein weiterer nützlicher Indikator ist die Zertifizierung des Geräts. Viele beliebte Geräte werden beispielsweise nach den militärischen MIL-STD-810-Standards getestet (allerdings handelt es sich dabei um eine breite Methodik, daher empfehlen wir, vor dem Kauf zu prüfen, welche konkreten Widerstandsparameter der Hersteller getestet hat).
Preis
Industriegeräte sind in der Regel teurer als Standardgeräte. Diesen Preis gleichen sie jedoch durch erstklassige Widerstandsfähigkeit und viele nützliche Funktionen aus, die „klassische“ Tablets oder Laptops nicht bieten können. In der Regel gilt: Je höher der Schutzgrad, desto höher der Preis. Deshalb empfehlen wir, ein Gerät mit genau dem Schutzgrad zu wählen, den Sie tatsächlich benötigen.
Welche Geräte sind auf dem Markt erhältlich?
Robuste Laptops
Ein typischer robuster Laptop hält einen kleineren Sturz ebenso aus wie erhebliche Temperatur- und Feuchtigkeitsbelastungen. Beliebte Hersteller von Industrielaptops sind Panasonic, Durabook oder Getac.
Als Beispiel können wir den robusten Getac S510-Laptop mit Intel® Core™ Ultra 5/7 CPU und Schutzart IP53 nennen. Dieser Laptop ist eine gute Wahl für Arbeiten im Freien und kann Temperaturen von -20.2 °F bis 145.4 °F, leichten Regen oder einen Sturz aus geringer Höhe (weniger als ein Meter) bewältigen. Außerdem verfügt er über Hot-Swap-Batterien (d. h., Sie können die Batterien im laufenden Betrieb wechseln).
Natürlich sind auch noch widerstandsfähigere Laptops erhältlich, wenn Sie ein Gerät für sehr raue Bedingungen benötigen. Allerdings gilt: Je höher ihr Schutzgrad, desto höher der Preis.
Robuste Tablets
Robuste Tablets sind in der Regel genauso widerstandsfähig wie robuste Laptops – aber deutlich kompakter. Sie bieten normalerweise verschiedene Schutzarten und halten auch extremeren Temperaturen stand. Häufig sind sie außerdem mit Hot-Swap-Batterien ausgestattet.
Sowohl robuste Tablets als auch Laptops verfügen außerdem über Displays mit hoher Helligkeit (bis zu 4-mal höher als bei Büroelektronik); dadurch sind sie selbst bei hellem Sonnenlicht gut ablesbar. Zudem lassen sich die Bildschirme robuster Tablets oft leichter reinigen, wenn sie stark verschmutzt sind.
Auf dem Markt sind zahlreiche verschiedene robuste Tablets von Marken wie Getac, Panasonic, Emdoor, Ruggon usw. erhältlich. In der Regel laufen sie mit den Betriebssystemen Windows oder Android.
Industrielle Datenbrillen
Datenbrillen bieten einen wesentlichen Vorteil gegenüber den bisherigen Geräten: Sie lassen sich freihändig bedienen, meist per Sprachbefehl oder Augenbewegung. So haben Techniker bei der Arbeit beide Hände frei. Außerdem sind die Brillen sehr leicht, und viele Modelle lassen sich an einem Schutzhelm befestigen, sodass Sie keinen sperrigen Laptop mitführen müssen. Datenbrillen laufen in der Regel mit dem Android-Betriebssystem, es sind jedoch auch Versionen mit anderen Systemen erhältlich.
Datenbrillen sind in der Regel mit integriertem WLAN, einer Kamera sowie einem Mikrofon mit Lautsprecher ausgestattet und können daher auch Videoanrufe verarbeiten. Sie mögen zerbrechlich aussehen, aber lassen Sie sich davon nicht täuschen. Industrielle Datenbrillen werden aus robusten Materialien gefertigt und halten ebenso viel rauer Beanspruchung stand wie industrielle Tablets und Laptops. Das bedeutet, dass sie sowohl hohen als auch eisigen Temperaturen standhalten und zudem gegen Stürze, Staub und Wasser beständig sind.
Zu den beliebtesten Datenbrillen gehören Modelle von RealWear und Vuzix. Sehr beliebt sind zum Beispiel die RealWear Navigator 520 Datenbrillen mit Android, Sprachsteuerung, einem 8-Core-Snapdragon™-Prozessor, der Schutzart IP66 und Konformität mit dem Standard MIL-STD-810H. Ihr Display ist an einem praktischen Arm nahe am Auge positioniert, und der Akku des Geräts hält mit einer Ladung bis zu 8 Stunden.
Interessieren Sie sich für Details? Werfen Sie einen Blick auf den großartigen Vergleich der mit Lumnio kompatiblen Datenbrillen.




